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Offener Brief an die Rundfunk-und Fernsehräte |
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| Offener Brief der Filmschaffenden an die Rundfunk-und Fernsehräte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten In Deutschland |  | 25.Oktober 2007
Sehr geehrte Damen und Herren, die Film- und Fernsehschaffenden in der freien Produktionswirtschaft Deutschlands rufen um Hilfe und bitten Sie um Ihre Unterstützung: Gesetzliche und tarifliche Bestimmungen, die für das Film- und Fernsehschaffen gelten, werden systematisch unterlaufen und ausgehebelt. Leider ist dies auch regelmäßig in Produktionen der Fall, die im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hergestellt werden. Gesetzes- und tarifkonforme Arbeitsverträge für Filmschaffende haben inzwischen Seltenheitscharakter. Jeder, der in Deutschland Fernsehen empfangen kann, muß Gebühren an die GEZ bezahlen. Aus diesen Gebühren finanziert sich auch Ihr Haus in erster Linie. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten haben auf Grund ihrer besonderen Rechtsstellung und Bedeutung die Pflicht, ein Unterlaufen und Aushebeln geltenden Rechts zu unterbinden. Dies betrifft sowohl die Budgetierung der Produktionsvorhaben wie auch die Konditionen des Produktionsvertrages. Ob die Auftragsproduktion im Bereich einer anstaltseigenen Tochter- und Enkeltochter-Firma stattfindet oder bei einem freien Auftrags-Produzenten, darf dabei keine Rolle spielen. Als Rundfunkrat liegt es auch an Ihnen, wie Ihr Haus mit Gebühren umgeht, und ob Programmbeiträge auf der Basis geltenden Rechts – oder unter Missachtung desselben – entstehen. In den Sendern selbst wird akribisch darauf geachtet, dass Gesetze und Tarifverträge eingehalten werden. Bitte tragen Sie dafür Sorge, dass auch in Verträge mit Auftragsproduzenten die Verpflichtung zur Einhaltung gesetzlicher und tariflicher Bestimmungen aufgenommen wird. Schon die Konditionen der Auftragsvergabe legen häufig den Grundstein für systematischen Gesetzes- und Tarifbruch durch die Produktionsfirmen. Besonders pikant ist, dass auch Firmen, deren Eigentümer Anstalten des öffentlichen Rechts sind, sich an diesem Gagen- und Honorardumping, an den regelmäßigen Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz oder den geltenden Tarifvertrag beteiligen. Dieses empfinden wir als skandalös. Bitte nutzen Sie Ihr wichtiges Mandat als Rundfunkrat in sozialer Verantwortung auch für die freien Filmschaffenden in Deutschland. Wir hoffen sehr auf Ihr Engagement! Mit besten Grüßen
gez. Ingrid Zoré gez. Eberhard Hauff gez. Jost Vacano
Präsidium Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V PDF (186 KB) |
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